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Information für Eltern von Kindern mit chronischen Erkrankungen

Sind Kinder mit Chronischen Erkrankungen besonders gefährdet?

Patienten mit chronische Erkrankungenoder mit Medikamenten, die das Immunsystem unterdrücken, zählenzu der sogenannten Risikogruppe-hier ist die Situation von Erwachsenen aber nicht auf die Kinder-und Jugendlichen übertragbar:

Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene sind nach aktuellem Informationsstand durch eine Infektion mit dem Corona-Virus nicht besonders gefährdet. Auch Kinder mit unten einzeln aufgeführten chronischenGrunderkrankungen oder unter immunsystem-unterdrückender Therapie (Immunsuppression) scheinen kein per se hohes Risiko für einen schweren Verlauf im Falle einer Infektion.

 

Wie kann eine Infektion bei diesen Kindern vermieden werden?

Um das Ansteckungsrisiko zu minimieren,sind grunsätzlich die aktuellen Empfehlungen des Robert-Koch-Institutessowie die strikte Einschränkung von Sozialkontakten zu beachten. Die ist in dieser Patientengruppe besonders wichtig.

 

Wichtig für alle Kinder mit chronischen Erkrankung ist:
Von der eigenständigen Unterbrechung der medikametösen Therapie ist bei allen chronischen Krankheiten dringend abzuraten!

 

Verschiedene chronische Erkrankungen im einzelnen

Chronisch Entzündliche Darmerkrankungen (Colitis ulverosa, Morbus Crohn), Lebererkrankungen
  • Bei Coronavirusinfektionen kann es auch zu Magen-Darm-Beschwerden kommen, die einen Schub vortäuschen können
  • Bisher gibt es keinen Anhalt dafür, dasseine Ansteckung zu einer Verschlechterung der Grunderkrankung führt oder einen Schub auslösen könnte.

Immunmodulation/suppression mit Medikamenten wie Cortison, Infliximab, Adalimumab, Methotrexat oder Azathioprin

  • Je stärker das Immunsystem unterdrücktwird, desto leichterkann sich ein Virus vermehren und zu einer Erkrankung führen. Patienten, die hohe Dosen einnehmen oder mehrere dieser Medikamente könnten stärker an einer Corona-Infektion erkranken. Das persönliche Ansteckungsrisiko ist mitnach aktuellem Wissen mit dem anderer Atemwegsinfekte vergleichbar.

  • Kinder-und Jugendlicheunter immunsuppressiver Therapie scheinen nach bislang vorliegenden Daten aber per se kein sehr hohes Risiko für einen schweren Verlauf im Falle einer Ansteckung zu haben.
  • Die Therapie darf keinesfalls eigenmächtig abgebrochen werden.
  • Die Therapie wird normal weitergeführt.
  • Sollte ihr Kind an Corona erkranken, nehmen Sie bitte mit uns Kontakt auf, dann besprechen wir, wie während der Infektion die Therapie fortgeführt wird, dies ist dann individuell verschieden.
  • Siehe hierzu auch Information der Gesellschaft für Pädiatrischen Gastroenterologie und Ernährung im Anhang zum download
 
Neuropädiatrische Erkrankungen und Epilepsie
  • Es gibt kein erhöhtes Infektionsrisiko und kein erhöhtes Risiko für einen schweren Verlauf
  • Epilepsiemedikamente erhöhen das Risiko nicht und sollten in keinem Fall eigenmächtig abgesetzt werden
  • Fieberhafte Infekte können-unabhängig vom Erreger-bei manchen Epilepsieformen zu vermehrten Anfällen führen

 

Chronische Lungenerkrankung/Asthma
  • Das Inhalationsschema -insb. auch die Cortisoninhalationen - unbedingt unverändert fortführen
  • Gute Einstellung des Asthmas besonders wichtig
  • Bei kindlichem und gut kontrolliertem Asthma kein per se höheres Risiko

 

Angeborene Herzfehler/Herzerkrankungen
  • Infektion wird nach derzeitigen Daten wahrscheinlich keine schwerwiegende Erkrankung hervorrufen
  • Bei Infektion Ihres Kindes kontaktieren Sie uns bitte zur individuellen Einschätzung und Beratung

 

Pädiatrische Diabetologie
  • Kein erhöhtes Infektionsrisiko für Diabetespatienten
  • Für Krankheitsverlauf bei Infektion ist eine gute Blutzuckereinstellung hilfreich
  • Engpass bei Insulinen ist nicht zu befürchten, Insuline werden v.ain Deutschland, Dänemark, Frankreich, GB und USA produziert, nicht in China. Hierzu auch s.u.

 

Stellungnahme zu Ibuprofen:

Die Datenlage zu Ibuprofen und Corona ist noch sehr schwach. Bekannt ist jedoch folgendes:
Bei Kindern verläuft die Coronainfektion nicht typischerweise als hochfieberhafter Infekt, sondern sehr oft ohne Symptome oder nur mit leichten Symptomen. Hochfieberhafte Infekte sind derzeit nach aktueller Einschätzung mit großer Wahrscheinlichkeit durch andere Krankheitserregerverursacht und nicht durch Corona. Deshalb kann Ibuprofen bei fieberhaften Infekten bei Kindern unverändert gegeben werden.

 
Gewährleistung der Verfügbarkeit von Medikamenten:

Bei allen Medikamentengruppen könnte es im Rahmen der Pandemie und der damitVerbundenen Einschränkungen zu Lieferverzögerungen kommen.
Bitte achten Sie darauf,rechtzeitig neue Rezepte und Medikamente zu besorgen.

 

Anhang Patienten Info der GPGE

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