FAQs

Häufig gestellte Fragen zu Corona bei Kindern und zum Umgang mit dem Corona-Virus in unserer Kinderklinik.
Letzte Aktualisierung 30.04.2020 | Fragen nach bestem Wissen und aktuellem Kenntnisstand beantwortet.

Für die Ansicht der Antworten bitte auf die jeweilige Frage klicken.


Wo kann ich mich sachlich über Corona bei Kindern informieren?

Eine gute Übersicht über die Stellungnahmen der medizinischen Fachgesellschaften finden Sie unter www.dgkj.de/fachinformationen-corona-virus.

Wie häufig kommt Corona bei Kindern vor und wie gefährlich ist es?

In Deutschland sind von den gemeldeten Infektionen nur 1% Kinder unter 5 Jahren und 2% Kinder von 5-14 Jahren.
Die Symptome der Kinder sind überwiegend mild, schwere Verläufe sind selten. Es werden nur einzelne Todesfälle in Zusammenhang mit COVID-19 beschrieben, eine genaue Analyse über Vorerkrankungen und vorbestehenden Risiken der betroffenen Kinder fehlt.

Wie ansteckend ist COVID-19?

Eine ganz aktuelle Studie (Science, 29.04.2020) zeigt, dass Kinder 70% weniger anfällig für eine Infektion sind als Erwachsene (15-64 Jahre).
Auch die deutschen Zahlen sprechen dafür: selbst in den sogenannten Hotspots mit vielen beatmeten Erwachsenen Patienten gab es in diesem Zeitraum nur vereinzelte Kinder, die stationär behandelt wurden.
Lesen Sie hier dazu auch die Stellungnahme der Süddeutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin.

Ab welchem Alter ist es für mein Kind sinnvoll, einen Mund-Nasenschutz aufzusetzen?

„Das regelmäßige Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes ist frühestens ab 6 Jahren bzw. im Schulalter zu erwägen. Dies darf aber keinen Zwang darstellen, insbesondere bei jüngeren Schulkindern unter 10 Jahren.“

(Stellungnahme des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) sowie der Deutschen Gesellschaft für Sozialpädiatrie und Jugendmedizin (DGSPJ)

Wichtig:
Ein Mund-Nasen-Schutz kann nur seinen Zweck erfüllen, wenn er richtig verwendet wird: Händewaschen vor dem Aufsetzen und nach dem Abnehmen, keine Berührung der Innen- und Außenseite beim An- und Ausziehen, richtige Positionierung und richtiger Sitz. Wir empfehlen Ihnen unsere Videoanleitung "Maske richtig aufsetzen".

Mein Kind hat Asthma, hat es dadurch ein erhöhtes Risiko?

Nach allem was wir bisher wissen, verläuft COVID-19 bei Kindern insgesamt milder als bei Erwachsenen. Schwere Verläufe kann es in Einzelfällen geben, sie sind aber Ausnahmen. Dies gilt offenbar auch für chronisch lungenkranke Kinder. Auch hier sind die berichteten Verläufe bisher milde.
(Quelle: Deutsche Gesellschaft für Pädiatrische Pneumologie)

Mein Kind war ein Frühgeborenes und hat eine BPD, hat es damit ein erhöhtes Risiko?

Aufgrund der sehr geringen Fallzahlen gibt es dazu noch keine offiziellen Stellungnahmen oder Studien.
Was wir wissen, ist, dass BPD-Kinder bei üblichen Infekten der Luftwege mit Verschlechterung der Sauerstoffaufnahme reagieren können. Bisher scheint SARS-CoV-2 nicht pathogener als bereits bekannte Coronaviren, so dass zu erwarten ist, dass auch bei BPD-Kindern kein höheres Risiko im Vergleich zu einer Infektion mit anderen Viren besteht.

Mein Kind hat eine Epilepsie, hat es dadurch ein erhöhtes Erkrankungsrisiko?

Es besteht kein erhöhtes Risiko sich anzustecken oder für einen schwereren Verlauf als bei anderen Kindern. Für einen ausführlichen Kommentar verweisen wir auf unsere Unterseite Medizinische Hintergründe.

Mein Kind niest und hat leichten Schnupfen aber kein Fieber, darf ich zum Abstrich in die Kinderklinik kommen?

Nein, Sie sollten lediglich dann in unsere Notfallambulanz kommen, wenn es Ihrem Kind schlecht geht und auch die Kinderärzte geschlossen haben oder nicht erreichbar sind. Wenn Sie sich in diesen Fällen mit Ihrem Kind in der Notfallambulanz vorstellen, und als Ursache ein Coronavirus in Frage kommen würde, dann wird auch bei uns ein Abstrich durchgeführt. 

Wer macht die Abstriche?

Zuständig für die Abstriche ist die Kassenärztliche Vereinigung. Tel: Bitte rufen Sie 116 117 an. Es gibt dort auch einen Besuchsdienst, der die Abstriche bei Ihnen zu Hause macht.

Was mache ich, wenn mich mein Hausarzt oder Kinderarzt in die Kinderklinik schickt, damit dort ein Corona- Abstrich gemacht wird?

Dann informieren Sie Ihn, dass wir es nicht machen. Zuständig für die Abstriche sind die niedergelassenen Ärzte bzw. die Kassenärztliche Vereinigung. Auch hier rufen bitte die 116 117 an. Es gibt dort auch einen Besuchsdienst, der die Abstriche bei Ihnen zu Hause macht.

Telefonische Auskünfte

Bitte haben Sie Verständnis, dass wir am Telefon keine Aussagen über den Gesundheitszustand Ihres erkrankten Kindes treffen können und dürfen. Zudem können wir Ihnen keinerlei Telefonberatung wie z.B. über Arzneimittel und ihrer Verabreichungsformen geben.

Wo finde ich aktuelle Informationen der Kinderklinik in Bezug auf den Umgang mit dem Corona-Virus?
Auf unserer Seite www.kinderklinik-interaktiv.de finden Sie immer aktuelle Informationen zum Thema. Wir bekommen täglich eine Vielzahl von Daten zugesendet, die wir auswerten. Aber es gibt nicht immer was Neues. Eines hat sich nicht geändert und das ist das Wesentliche: In der Regel haben die Kinder nur einen leichten Luftweginfekt und werden nur selten schwer krank werden.
Wann soll ich zu Ihnen kommen?

Bitte suchen Sie bei einer Erkrankung Ihres Kindes primär Ihren Kinderarzt auf oder kontaktieren Sie den Bereitschaftsdienst unter 116 117. Für den Fall, dass Sie darüber hinaus eine Vorstellung wünschen, dürfen Sie sich jederzeit an unsere Notfallambulanz wenden.

Ab wann ist Fieber gefährlich?
Die Temperatur des menschlichen Körpers beträgt im Normalfall etwa zwischen 36 und 37 Grad Celsius. Ein Wert zwischen 37,5und 38 Grad Celsius wird als erhöhte Temperatur bezeichnet. Ist dieTemperatur höher als 38 GradCelsius, dann spricht man von Fieber. Steigt die Temperatur auf über 39 bis 41 Grad Celsius,hat der Betroffene hohes Fieber. Extrem hohes Fieber liegt vor, wenn eine Körpertemperatur von über 41 GradCelsius gemessen wird.
Sind die Spezialambulanzen und das SPZ geöffnet?

Wir nehmen unseren Versorgungsauftrag der Region ernst. Aus diesem Grund bieten wir weiterhin ärztliche Sprechstunden in den Spezialambulanzen und dem SPZ an. Notwendige Betreuung und Diagnostik bei Psychologen und Therapeuten können erfolgen. Soweit möglich, finden diese auch in Form von Telefonsprechstunden statt, um die Kontakte zu reduzieren.

Darf ich als Elternteil mit, wenn mein Kind auf Station in der Klinik ist?

Ja, eine Begleitperson ist weiterhin möglich – auch ohne zeitliche Beschränkung.

Ich bin schwanger und mache mir um die Versorgung meines Kindes nach der Geburt sorgen, ist die gesichert?

Ja, unser Ärzte- und Pflegeteam und Spezialisten für die Neugeborenenversorgung sind voll einsatzfähig und stehen für die Versorgung zur Verfügung.

Ich habe gerade ein Kind bekommen und bin direkt nach der Geburt nach Hause gegangen, wo kann ich das sogenannte Sättigungsscreening machen?

Bei Ihrem Kinderarzt in der Praxis oder bei unseren Kinderkardiologen im MVZ für Junge Menschen an der Kinderklinik.

Dürfen beide Elternteile mit auf die Neugeborenenintensivstation?

JA, bei Neugeborenen haben beide Eltern Zugang zum Kind, wenn Sie gesund sind. Bitte halten Sie aber strikt die Hygieneregeln ein. Personen mit Symptomen eines Luftwegsinfektes oder Husten und Fieber dürfen die Station aus Sicherheitsgründen nicht betreten.

Kann man weiterhin Ibuprofen geben?

Die Datenlage zu Ibuprofen und Corona ist noch sehr schwach. Die ursprüngliche Warnung der WHO vor der Einnahme von Ibuprofen wurde zurückgenommen. Bekannt ist jedoch folgendes: Bei Kindern verläuft die Coronainfektion nicht typischerweise als hochfieberhafter Infekt, sondern sehr oft ohne Symptome oder nur mit leichten Symptomen. Hochfieberhafte Infekte sind derzeit nach aktueller Einschätzung mit großer Wahrscheinlichkeit durch andere Krankheitserreger verursacht und nicht durch Corona. Deshalb kann Ibuprofen bei fieberhaften Infekten bei Kindern unverändert gegeben werden. Als Alternative steht Paracetamol zur Verfügung.

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