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📰 „Wir werden die vielen Kinder um uns vermissen“

Letzten drei Ordensschwestern verlassen Kinderklinik und ziehen aus AltersgrĂŒnden zurĂŒck ins Mutterhaus nach MĂŒnchen

Passau. Es scheint unvorstellbar, dass die letzten Drittordensschwestern in der Kinderklinik Dritter Orden Passau in den nĂ€chsten Wochen das Haus verlassen werden. Schließlich ist die Kinderklinik seit jeher eng mit dem Dritten Orden verbunden. So sind die ersten Schwestern bereits vor ĂŒber 100 Jahren - im Jahr 1918 - in die DreiflĂŒssestadt gekommen. „Die SĂ€uglingssterberate hatte seiner Zeit drastisch zugenommen, ebenso hat sich Tuberkulose stark ausgebreitet und so haben die Passauer BĂŒrger um Hilfe gebeten, worauf die Drittordensschwestern sich von MĂŒnchen auf den Weg gemacht haben, um vor Ort selbstlos und mit viel Herzblut zu helfen. Bis zum heutigen Tag sind sie geblieben“, erzĂ€hlt Kinderklinik-Chefarzt Prof. Dr. Matthias Keller von der Historie der Kinderklinik.

Schwester Ludowika, Schwester Hemma und Schwester Charlotte sind die letzten verbliebenen Drittordensschwestern – mit ihrem Weggang aus der Kinderklinik geht in Passau nun eine Ära zu Ende. Sie haben nicht nur viele Passauer beim Start ins Leben begleitet, sondern vor allem den Geist des Hauses sowie die Kindergesundheit in der Region prĂ€gend mitgestaltet. Aus gesundheitlichen aber auch aus AltersgrĂŒnden geht es fĂŒr die Drei nun ins Mutterhaus des Dritten Ordens nach MĂŒnchen/Nymphenburg. Bis zuletzt haben sie ihre Aufgaben in der Kinderklinik mit viel Herzblut und Leidenschaft fĂŒr die Pflege und zum Wohl der Patienten ausgefĂŒhrt, stets getreu dem Wort des Herrn "Was ihr dem geringsten meiner BrĂŒder getan habt, das habt ihr mir getan.“

„Anfangs waren wir 16 oder 17 Mitschwestern, dann sind es immer weniger geworden. Leider. Denn auch, wenn wir eine wundervolle Aufgabe hier im Haus hatten, so konnten wir leider niemanden fĂŒr den Orden begeistern“, so Schwester Charlotte. Die 78-JĂ€hrige hatte schon immer den Wunsch Kinderkrankenschwester zu werden. Bereits mit 16 Jahren hat sie Kinder in einer Einrichtung bei Altötting betreut, begleitet von Ordensschwestern. Daher auch ihr Entschluss zum Dritten Orden zu gehen: „Kein strenger Orden. Wir sind ein tĂ€tiger Orden der Pflege und das hat mich fasziniert“, erinnert sich Sr. Charlotte heute. „Man ist in die Ordensfamilie hineingewachsen. Kannte nichts anders und so können wir auch heute sehr zufrieden auf unser Leben blicken.“ In Passau hat sie mit 17 Jahren Kinderkrankenpflege gelernt, spĂ€ter Großkrankenpflege, bevor es dann zurĂŒck ins damalige SĂ€uglingsheim nach Passau ging. „Ich war unter anderem Stationsleiterin auf Station 3. Heute bin ich nicht mehr in der Pflege tĂ€tig, aber

dennoch gibt es viel Arbeit fĂŒr uns zu erledigen. Unter anderem fĂŒlle ich die BegrĂŒĂŸungsmappen fĂŒr die Eltern mit Flyern“, berichtet Sr. Charlotte vom Alltag im Haus.

Ihre Mitschwester Hemma ist stolze 89 Jahre und seit ĂŒber einem Jahrzehnt im „Unruhestand“, wie sie selbst erzĂ€hlt. „Bei uns gibt es das nicht, dass wir gar nicht arbeiten“, schmunzelt sie. „Und wenn es nur ist, dass ich meine Mitschwestern mit Kuchen verwöhne und FrĂŒhstĂŒck zubereite.“ Mit 21 Jahren ist Sr. Hemma in die Kandidatur gegangen und hat ihre Ausbildung in MĂŒnchen begonnen, neun Jahre spĂ€ter ist die gebĂŒrtige Straubingerin dann nach Passau gekommen und hat damit fast 60 Jahre die Einrichtung – zunĂ€chst im SĂ€uglingsheim, dann die heutige Kinderklinik – begleitet. „Das Haus ist groß geworden, aber auch wenn sich viel verĂ€ndert hat und man nicht mehr alle Gesichter kennt, so zeichnet sich die Kinderklinik doch durch ihren familiĂ€ren Charakter aus“, so Sr. Hemma. Sie werde mit dem Weggang nach MĂŒnchen vor allem die vielen Kinder um sich herum vermissen. „Gerade in den AnfĂ€ngen waren wir immer bei den kranken Kindern. Wir waren wie ihre ErsatzmĂŒtter, auch weil Eltern praktisch kaum Zutritt hatten. Teilweise wollten die Kinder gar nicht mehr nach Hause, so gut hat es ihnen bei uns gefallen“, lacht sie. „Die kranken Kinder waren im Haus bis sie gesund waren – das waren teilweise Wochen. Daher auch die enge Verbundenheit.“ Und wĂ€hrend diesen Worten kommt Schwester Hemma ins Schwelgen und erinnert sich an einige kleine Patienten, die ihr ganz besonders in Erinnerung geblieben sind: „Wir hatten mal einen 5-JĂ€hrigen schwerkranken Jungen auf Station. Der war ein paar Wochen bei uns und war so gern da. Wie`s zum Heimgehen war hat er an der Frau Doktor hochgesehen und gemeint: Es eilt nicht mit dem Heimgehen, ich bin doch so gern im Krankenhaus.“

Die dritte und damit letzte Verbliebene im Bunde der Drittordensschwestern ist Sr. Ludowika, die seit ihrem 16. Lebensjahr in der Kinderklinik tĂ€tig ist – tatsĂ€chlich noch immer ist: Denn mit ihren 82 Jahren ist Sr. Ludowika tagtĂ€glich im Archiv der Kinderklinik tĂ€tig, unterstĂŒtzt die Pforte und arbeitete in der Vergangenheit auch immer wieder im NĂ€hzimmer. In Hutthurm geboren wollte sie nach ihrer Ausbildung in der Großkrankenpflege beim Dritten Orden in MĂŒnchen zurĂŒck nach Passau, hat hier Kinderkrankenschwester gelernt und wurde dann in die Hebammenschule geschickt.

Gemeinsam haben die drei Schwestern die letzten Jahrzehnte in Passau verbracht – immer zusammen! „Das ist auch nicht anders wie in einer Ehe oder unter guten Freunden – es gibt solche und solche Tage. Aber wir hatten immer ein schönes Miteinander.“ Auch die Arbeit im Haus habe sich stets durch das gute und familiĂ€re Miteinander mit den Ärzten und dem Team auf den Stationen ausgezeichnet. Dabei hat der Tag fĂŒr die Schwestern stets frĂŒh begonnen: „Wir sind FrĂŒhaufsteher. Um 5 Uhr morgens startet unser Tag mit dem Morgengebet, dann geschwind umziehen und zur Heiligen Messe weiter, eine Tasse Kaffee und dann ging es immer sofort auf die Station, schließlich mussten die Kinder versorgt und gebadet und das Bettchen frisch gemacht werden – erst dann waren wir dran mit frĂŒhstĂŒcken“, erzĂ€hlt Sr. Hemma. Sie erinnere sich noch an die Ă€rmlichen VerhĂ€ltnisse im Haus als sie damals angefangen hatte – „erst wollte ich hier auf keinen Fall bleiben und jetzt bin ich fast 60 Jahre hier und ich habe es nie bereut.“ Die Betten hĂ€tten damals noch keine RĂ€der gehabt und die Kinder mussten zum Waschen getragen werden.

„Wir haben nie etwas anderes kennengelernt und sind auch zufrieden damit. Ich glaube schon, dass das das richtige war. Ich wĂŒrde wieder in die Pflege gehen und ich war gern im Orden“, kann auch Sr. Charlotte nur bestĂ€tigen.

Der Abschied falle alle Dreien nicht leicht, immerhin sind die Schwestern tief mit Passau verwurzelt – „Das ist unsere Heimat“, betont Sr. Ludowika. „Aber das ist nunmal der Gang der Dinge. Es hieß von Anfang an, dass man im Alter nach MĂŒnchen ins Altenheim kommt – also ist das fĂŒr uns selbstverstĂ€ndlich“, so Sr. Charlotte weiter. Man wisse, dass das jetzt die letzte Station sei: „Und es ist ja auch schön zu wissen, dass man wo angekommen ist. Es hĂ€tte noch nicht unbedingt gleich sein mĂŒssen, aber es ist alles fĂŒr uns vorbereitet und es geht uns dort gut.“ Mit einem Lachen ergĂ€nzt Sr. Hemma: „Und wir machen uns dort nochmal eine richtig schöne Zeit.“

Wichtig wĂ€re den Schwestern, dass der religiöse Geist in der Kinderklinik auch nach ihrem Weggang bleibt und sich der Glauben nicht verflĂŒchtigt. Ebenso liegt ihnen die Pflege der kleinen Kapelle im Eingangsbereich sehr am Herzen – und an oberster Stelle: „Wir wĂŒnschen uns fĂŒr die Kinderklinik außerdem stets gutes Personal, dass fĂŒr die Kinder da ist und ebenso fĂŒr die Eltern.“

Über Jahrzehnte haben sie die Kinderklinik Dritter Orden Passau nicht nur begleitet und dort gearbeitet – sie haben nach dem Vorbild ihrer Patronin, aus franziskanischen Geist im Dienst Gottes und der Menschen, die Einrichtung mit Leben gefĂŒllt: Schwester Hemma, Schwester Ludowika und Schwester Charlotte. Das gesamte Team der Kinderklinik Dritter Orden Passau wĂŒnscht den Drittordensschwestern einen erfĂŒllten Lebensabend im Mutterhaus in MĂŒnchen und dankt Ihnen im Namen aller fĂŒr das ĂŒberaus aufopfernde und selbstlose Engagement in Passau. „Auch wenn sich nun die letzten Drittordensschwestern aus Passau in den Ruhestand verabschieden, bleibt unserer Kinderklinik durch die TrĂ€gerschaft aber auch in Zukunft eng mit dem Dritten Orden, und dadurch auch mit den Schwestern, verbunden“, will Chefarzt Prof. Dr. Matthias Keller abschließend betonen!

Zum Abschied der Drittordensschwestern wird in dieser Woche ein Gottesdienst im Dom St. Stephan in Passau gefeiert – coronabedingt leider unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Gerne möchte das Team der Kinderklinik jedoch der Passauer Bevölkerung die Möglichkeit gewĂ€hren, sich bei Bedarf von den verbliebenen Schwestern zu verabschieden. Dies geht postalisch mit einem Brief oder einer Karte an die Kinderklinik, Bischof-Altmann-Straße 9 in 94032 Passau, oder via Email an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschĂŒtzt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.

 2020 11 09 Wir werden die vielen Kinder um uns vermissen

Foto (Archiv/Stefanie Starke): (v.l.) Sr. Charlotte, Sr. Hemma und Sr. Ludowika in der kleinen Kapelle in der Kinderklinik Dritter Orden Passau.

 

 

Ansprechpartner fĂŒr
Presseanfragen

Prof. Dr. med. ­Matthias Keller

Ärztlicher Direktor Kinderklinik Dritter Orden
Chefarzt Klinik fĂŒr Kinder und Jugendliche
Kinder- und Jugendarzt / Neonatologe

Kliniken Dritter Orden gGmbh
Standort Kinderklinik Passau
Bischof-Altmann-Str. 9
94032 Passau
Telefon: +49 851 7205-151
Telefax: +49 851 7205-47150
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Stefanie Starke

Pressereferentin

Telefon: +49 176 608 43444
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Reinhard Schmidt

einzelvertretungsberechtigter GeschĂ€ftsfĂŒhrer
fĂŒr den Standort Kinderklinik Passau

443 KB

Dr. Matthias Keller

Ärztlicher Direktor Kinderklinik Dritter Orden
Chefarzt Klinik fĂŒr Kinder und Jugendliche
Kinder- und Jugendarzt / Neonatologe
3,9 MB

Dr. Matthias Keller

Ärztlicher Direktor Kinderklinik Dritter Orden
Chefarzt Klinik fĂŒr Kinder und Jugendliche
Kinder- und Jugendarzt / Neonatologe
3,3 MB

Dr. med. Christian Schropp

Leitender Arzt des SPZ
Kinder- und Jugendarzt / NeuropÀdiater
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Dr. med. Jaroslaw Kuzior

Leitender Arzt Kinderchirurgie
Facharzt fĂŒr Kinderchirurgie
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Margit Schuster

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Stefanie Starke

Pressereferentin
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