Infos zu unseren Aktivitäten und Maßnahmen zur Sicherstellung der medizinischen Versorgung und Unterstützung für Zuhause

Liebe Eltern, liebe Mitglieder des Rettungsdienstes,

die letzten Tage haben wir schwer gearbeitet, um die Versorgung von kranken Kindern und chronisch kranken Kindern auch in Zukunft sicher zu stellen.
Ab 18.03.2020 / 16.00 Uhr bieten wir für Sie folgende Leistungen an:

Notfallambulanz:

  • Wir haben eine neue Notfallambulanz an der Kinderklinik in Betrieb genommen. Der Eingang befindet sich neben dem Haupteingang der Kinderklinik und ist beschildert.
  • In dieser Notfallambulanz gibt es einen getrennten Wartebereich für kleine Säuglinge und infektfreie Patienten, sowie alle anderen Patienten.
  • Der Wartebereich wurde großzügiger gestaltet mit Abständen zum Infektionsschutz von 1 – 2 m.
  • Wir bitten um Verständnis, dass unser Team dort verstärkte Hygienemaßnahmen trifft, um einerseits sich, aber auch Sie und Ihre Kinder zu schützen.

Spezialambulanzen:

  • Die Spezialambulanzen sind nun alle räumlich komplett von der Notfallambulanz getrennt.
  • Die Spezialambulanzen wie z.B. für Kinder mit Diabetes, chronisch entzündlichen Darmerkrankungen, Epilepsie, Kinderchirurgie etc. werden weiterhin betreut.
  • Termine, die nicht stattfinden können, werden von uns abgesagt.
  • Es wird streng darauf geachtet, dass keine Wartezeiten entstehen, sodass eine Infektionsgefahr von Patient zu Patient ausgeschlossen ist.
  • Wir bitten dennoch bei Betreten der Kinderklinik auf die Einhaltung der Hygienerichtlinien zu achten, dies betrifft die Händedesinfektion im Eingangsbereich, sowie ein Respektabstand von 1 – 2 m. Unsere Ärzte und Therapeuten sind geschult und tragen bei persönlichem Kontakt einen Mundschutz, um auch hier eine Infektionswahrscheinlichkeit noch weiter zu senken.


Hilfehotline für Eltern geschaltet:

Wir wissen, dass diese Krisensituation und auch die Einschränkung des sozialen Lebens eine Herausforderung für Eltern mit Kindern im häuslichen Umfeld bedeutet. Deshalb haben wir eine Hotline geschaltet, dort können sich Eltern an Experten wenden. Psychologen und Therapeuten werden Sie Montag bis Freitag von 8:00 bis 16:00 Uhr im Umgang mit Ihren Kindern in dieser Krisensituation beraten: Telefon 0851 / 7205 4176

Harte Fakten statt „fake-News“ zu Corona! Unser Beitrag:

Es verbreiten sich über social media unterschiedliche Informationen, was gegen Corona nützt und was gegen Corona eingehalten werden sollte. Um dem mit strukturierten Informationen für Kinder entgegen zu wirken, fassen nun unsere Expertenteams ihr Wissen zu den aktuellen Studien zusammen und stellen diese Informationen auf unserer Website www.kinderklinik-passau.de zur Verfügung. Die erste Ausgabe dieses Service finden sie bereits unten stehend im Anschluss an diesen Newsletter.

Information für den Rettungsdienst

  • Ab heute, Mittwoch, 18.03.2020 14:00 Uhr, müssen alle Liegend- und Rettungstransporte für nicht gehfähige Patienten inklusive Notarzttransporte zu unserem Schockraum und zur stationären Aufnahme über den Haupteingang erfolgen.
  • Bei Betreten der Kinderklinik müssen das Rettungspersonal und der Patient und etwaige Begleitpersonen einen Mund-Nasen Schutz tragen. Diese werden nach Bedarf bei Betreten der Kinderklinik bereitgestellt. 

 

Wir bitten in dieser außergewöhnlichen Situation um Ihr Verständnis, sollte es noch an der ein oder anderen Stelle zu Anlaufschwierigkeiten kommen.

Aber unser Team der Kinderklinik gibt alles, um Sie und Ihre Kinder auch weiterhin bestmöglich zu versorgen.

Alles Gute und herzliche Grüße
Euer Team der Kinderklinik

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Empfehlungen der Fachgesellchaften bzgl. Covid19

Hinweis: Die nachfolgenden Informationen sind noch sehr fachspezifisch, wir werden Ihnen zeitnah alle Informationen auch für "Nicht-Mediziner" aufbereiten.


Pädiatrische Gastroenterologie
GPGE (Verfasser PD Dr. Prosovsky Ulm, Stand 15.3.)

Bzgl. gastrointestinaler / hepatologischer Grunderkrankung:

  • Bei COVID-19 selten auch gastrointestinale Sy- und Transaminasen/Bilirubinerhöhung
  • Bislang keine Evidenz, dass Infektion einen Schub der Leber-oder Darmerkrankung auslösen

Bzgl. Immunsuppressiver Medikation:
a) ohne Infektion:

  • Kinder und Jugendliche unter immunsuppressiver Therapie scheinen kein per se sehr hohes Risiko für einen schweren Verlauf zu haben, individuelles Risiko einzeln abzuschätzen
  • Keine Evidenz, dass es vorteilhaft ist, immunosuppressive Therapie zu pausieren

b) bei Infektion ohne Symptomatik:

  • Rücksprache Kindergastroenterologen über Fortsetzen der Therapie

c) bei Infektionen mit Symptomatik:

  • stationäre Aufnahme, ggf. Therapiemodifikation

 

Neuropädiatrie
Quelle: Empfehlungen / Stellungnahmen internationaler Epilepsie-Vereinigungen

Es gibt aktuell keine Daten, die einen Zusammenhang mit Covid 19 –Infektion und Anfällen / Epilepsie herstellen. Nach allgemeinem Wissen in der Epileptologie kann folgendes abgeleitet werden:

Gibt es spezielle Risiken bei Epilepsie im Zusammenhang mit einer Erkrankung an Covid 19?

  • Epilepsie ist zwar eine chronische neurologische Erkrankung, Menschen mit Epilepsie weisen aber kein erhöhtes Infektionsrisiko und auch kein erhöhtes Risiko für einen schwerwiegenden Verlauf der Infektion mit Covid 19 auf.
  • Es gibt keinen Hinweis darauf, dass die Einnahme von Epilepsie-Medikamenten das Risiko erhöht oder die Behandlung erschwert. Ausnahme könnten seltene Behandlungsmethoden darstellen, die zu einer Immunsuppression führen (z. B. Therapie mit Steroiden, ACTH, Everolimus).

Welchen Einfluss kann die Infektion auf die Epilepsie haben?

  • Wie bei jedem fieberhaften Infekt kann das Auftreten von Anfällen bei Vorliegen einer Epilepsie durch den Infekt oder das Fieber getriggert werden, wenn dafür eine Anfälligkeit besteht (unabhängig vom Erreger).
  • Bei schwerer Erkrankung kann die Einnahme der Medikamente erschwert sein. Dies kann zu Spiegelschwankungen und dadurch zu einer erhöhten Anfallsbereitschaft führen.

Kann es Probleme im Rahmen einer Pandemie-Situation geben?

  • Wie bei anderen Medikamentengruppen auch, könnte es im Rahmen der Pandemie bzw. der damit verbundenen Maßnahmen der unterschiedlichen Staaten zu Lieferproblemen kommen. Patienten sollten daher darauf achten, rechtzeitig neue Rezepte und Medikamente zu besorgen.
  • Prinzipiell wird bei Epilepsie-Medikamenten nach wie vor empfohlen, Wechsel von Präparaten verschiedener Hersteller zu vermeiden. Neuere Studien zeigen allerdings, dass die Auswirkungen geringer sind, als lange Zeit angenommen. Sollte ein Präparat einer bestimmten Firma nicht lieferbar sein, ist es besser, auf ein Präparat einer anderen Firma, aber mit gleichem Wirkstoff umzustellen, als das Medikament zu pausieren oder den Wirkstoff kurzfristig zu wechseln. Nach Möglichkeit sollte eine ähnliche Galenik (Verfügbarkeit) gewählt werden, also z. B. bei Einstellung auf ein Retard-Präparat sollte nach Möglichkeit auch ein Retard-Präparat der anderen Firma gewählt werden etc.

 

Pädiatrische Pneumologie
Stellungnahme der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin e.V. vom 16. März 2020

„Lungenexperten raten: Therapie mit inhalierbaren Steroiden (ICS) unverändert fortführen.

Die deutschen Asthma-Spezialisten empfehlen, bei Kindern und Erwachsenen mit Asthma eine adäquate und individuell eingestellte antiasthmatische Inhalations-Therapie (insbesondere auch eine ICS-Therapie) nicht aus diesem Grund zu ändern oder gar zu beenden. Die Gefahr, dass sich das Asthma dadurch in bedrohlicher Weise verschlechtert und (ansonsten unnötige) Arztbesuche oder Krankenhaus-Aufenthalte erforderlich macht – einschließlich möglicher Kontakte mit COVID-19-Patienten – sei für den einzelnen Asthma-Patienten wesentlich bedrohlicher als ein mögliches, gleichwohl unbelegtes Risiko einer Förderung der Ansteckung mit dem Coronavirus (SARS-Cov-2). Eine erfolgreiche Inhalationstherapie bei Patienten mit Asthma sollte daher auch und gerade in der aktuellen Coronavirus-Pandemie unverändert fortgesetzt werden.“

 

 

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